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Erstattung von Individualreisen

Aktualisiert: Juni 17

Eine Reise individuell zusammenzustellen war vor der Corona-Krise sehr beliebt. Neben dem Vorteil, dass man Hotels und Flüge ganz nach den eigenen Bedürfnissen auswählen kann, bieten Individualreisen die Möglichkeit besonders günstige Flugreisen und Hotelschnäppchen miteinander zu kombinieren. Wie so vieles, deckt die Corona-Krise aber auch im Bereich des Reiserechts zuvor oft verborgene Risiken auf.


Im Gegensatz zu Pauschalreisenden sind die Rechte von Individualreisenden nicht durch spezielle rechtliche Regelungen, wie das „Pauschalreiserecht“ geschützt. Die individuell geschlossenen Verträge mit den einzelnen Anbietern, wie Fluggesellschaften, Hotels und Mietwagenvermietungen, müssen auch bei der Bewertung von Stornierung- und Erstattungsansprüchen einzeln betrachtet und geprüft werden.


Oft wird es deshalb für Individualreisende zunächst schwieriger sein Ihr gesamtes Geld zurückzubekommen. Auch die weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes hilft bei individuell gebuchten Reisen nicht zwangsläufig weiter.


Wichtige Faktoren sind unter anderem:

  • die jeweilige Gefährdung in dem Land oder der Region Ihres Reiseziels

  • Ihr Vertragspartner und damit das anzuwendende Recht


Sie sollten Ihren Flug, Ihr Hotel oder Ihren Mietwagen also nicht ohne weitere Einzelfallbetrachtung stornieren.


Und kontaktieren Sie vor einer Stornierung deshalb unbedingt zunächst Ihren Vertragspartner.

Doch wer ist der relevante Vertragspartner?

Bei der Buchung Ihrer Reise über Buchungsportale, wie etwa trivago.de, check24.de, opodo.de oder booking.com, kann anderes als deutsches Recht anzuwenden sein - auch dann, wenn der Vermittler seinen Sitz in Deutschland hat.

Bei der Buchung über Buchungsportale schließt der Kunde im Normalfall zwei Verträge ab:

  • einen Vermittlungsvertrag mit dem Portal

  • einen Reisevertrag mit dem Anbieter des Fluges, des Hotels oder des Mietwagens.

Bei einer Rückabwicklung der Buchung steht der Reisevertrag im Zentrum des Interesses. Insbesondere bei der Buchung von Unterkünften im Ausland ist dann das dortige Recht anzuwenden. Aber es gibt auch Fälle, in denen diese Portale als Reiseveranstalter auftreten (und entsprechend haften), was sie aber aktuell sehr gerne bestreiten.


Die Gefährdung in verschiedenen Ländern und Regionen veröffentlicht das Auswärtige Amt tagesaktuell. Besteht eine Gefährdung an Ihrem Reiseziel, und ist dies etwa an folgenden Faktoren nachzuweisen:

  • Einstufung der Region als „Sperrgebiet“, oder

  • Maßnahmen vor Ort, wie Schließungen von touristischen Einrichtungen oder Ausgangssperren.

In diesen Fällen müssten Anbieter die Reise nach deutschem Recht eigenständig stornieren und Ihr Geld zurückerstatten, da es keine Grundlage mehr für die Erbringung der vereinbarten Dienstleistung gibt.

Leider gilt diese Regel nur für Fälle, in welchen das deutsche Recht unzweifelhaft Anwendung findet. Dies ist in etwa dann nicht gegeben, wenn sie den Vertrag mit einem Anbieter mit Sitz im jeweiligen Reiseland, beziehungsweise außerhalb von Deutschland eingegangen sind. Für Reisende ist das anzuwendende Recht oft nicht leicht nachvollziehbar, unter anderem aufgrund der obig erläuterten Vertragsstruktur bei Buchungen über Buchungsportale. Auf den Seiten der Vermittler finden Kunden Hinweise zu den für eine Erstattung notwendigen Schritten.

Letztlich ist die Stornierung und Einforderung für Individualreisende keine leichte Aufgabe.

Wenn sich Ihr Anbieter nicht kulant zeigt und statt einer Erstattung nur Umbuchungen oder Reisegutscheine anbietet, können Sie eine kostenfreie Erstberatung von einem unserer auf das Reiserecht spezialisierten Anwälte erhalten. Hier geht es zur kostenfreien Erstberatung.

Wir unterstützten unsere Mandanten bei allen Fragen des Reiserechts. Täglich fordern wir eine große Anzahl an Erstattungen für unsere Mandanten erfolgreich ein.

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